Matthias Lanzinger: Der Traum von der zweiten Karriere

Matthias Lanzinger steigt in den Behindertenrennsport ein. Der 30-jährige Salzburger hat sich die Paralympics 2014 in Sotschi als großes Ziel gesetzt. Viel Zeit hat Lanzinger bereits in Materialtests investiert.

Wien. „Ich hatte eine Vision. Ich wollte immer schon zur Weltspitze gehören, irgendwann bei einer Weltmeisterschaft oder bei Olympia eine Medaille gewinnen. Diese Vision ist am 2. März 2008 zerstört worden. Aber jetzt stehe ich – wenn man es so formulieren kann – wieder mit beiden Beinen im Leben.“ Der Super-G von Kvitfjell vor dreieinhalb Jahren sollte die Karriere von Mathias Lanzinger im alpinen Skirennsport abrupt beenden. Mehr noch. Die Ärzte bangten zunächst um das Leben des Salzburgers, gerettet konnte es nur mit einer Amputation des linken Unterschenkels werden.
Lanzinger hat sich nie aufgegeben, nach der Rehabilitation suchte er sich neue Aufgaben. Der 30-Jährige begann ein Wirtschaftsstudium, bekam bei seiner Skifirma Salomon die Gelegenheit, im Marketing zu arbeiten. Sponsor Gaulhofer hielt ihm auch nach dem fatalen Sturz die Treue. Lanzinger übte sich obendrein auch als Kolumnist. Und blieb hautnah am Weltcup-Geschehen. „Ich wollte mir zu allererst ein neues Standbein schaffen.“ Demonstrativ verwendet Lanzinger solche Redewendungen.

„Auf mein Herz gehört“

Der Skisport lässt Matthias Lanzinger nicht los. Darum verkündet er nun sein Comeback: eine zweite sportliche Karriere, die ihm auch eine Olympia-Teilnahme ermöglichen könnte. Der Salzburger steigt in den Behindertensport ein, die Teilnahme an den Paralympics 2014 in Sotschi sind das große Ziel. „Nachdem ich meine berufliche Karriere absichern konnte, habe ich wieder auf mein Herz gehört. Es war mein Herzenswunsch, wieder als Rennfahrer an den Start zu gehen. Der Skirennsport ist immer ganz tief in mir drinnen gewesen.“
Zu Jahresbeginn hat Lanzinger das Sportfieber wieder gepackt. Er begann zu trainieren, aus dem Training wurde Leidenschaft. „Für die Seele das Schönste“, wie Lanzinger findet. Aber zunächst waren da die Zweifel. „Wird es jemals wieder einmal dazu reichen, um Leistungssport zu betreiben?“
Viel Zeit hat Matthias Lanzinger bereits in Materialtests investiert. Aber Materialtests für Behinderte sind mit Weltcup-Tests nicht zu vergleichen. „Es wird nicht leicht“, weiß der Salzburger. Vor ihm stehen ein Skischuh und eine Prothese aus Karbon. „Die Einstellung der Prothese mit dem Schuh, das ist wie in der Formel 1 das Auto mit den Reifen. Ich muss meinen alten Schwung wiederfinden. „Darum habe ich mir mit der Entscheidung, ein Comeback zu wagen, auch so viel Zeit gelassen. Ich muss bei null beginnen.“
FIS-Punkte kann Lanzinger nicht ins andere Lager mitnehmen, es besteht also Aufholbedarf. Zum Auftakt wartet Mitte November ein Slalom in Landgraaf in der Halle. Danach sollten weitere Einsätze im Europacup folgen. Vorausgesetzt, Lanzinger ergattert in den Niederlanden einen Startplatz für die Wettkämpfe Anfang Dezember in Österreich. Erst danach kann das Unternehmen Paralympics gestartet werden.

„Ich halte das schon aus“

Matthias Lanzinger wirkt bei der Bekanntgabe seiner Pläne sehr überlegt, ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hingegen ganz euphorisch. „Lanzinger ist einer, der etwas vorgezeigt hat, was nur wenige können – wie man mit einem großen Rückschlag umgehen kann und zurück ins Leben findet. Das sollte uns allen ein Vorbild sein.“
Einer der Wegbereiter beim Comeback war der ehemalige Herren-Cheftrainer Anton Giger. Nun fällt Lanzinger in die Kompetenzen von Hans Pum, dem allmächtigen Sportdirektor. „Als mir Matthias Lanzinger erstmals von seinen Plänen erzählt hat, da habe ich gewusst, der macht das, der zieht das durch. Da war wieder dieses Funkeln in seinen Augen, er kommt tatsächlich wieder zurück. In der Form hat es so etwas noch nie gegeben. Das ist eine riesige Chance für alle Beteiligten. Und die zweite große Chance für Matthias Lanzinger.“
Michael Knaus, der Behindertensportreferent im ÖSV, warnt vor zu hohen Erwartungen. „Das wird eine gewaltige Herausforderung. Die Zeit bis Sotschi 2014 wird extrem kurz.“ Matthias Lanzinger aber bleibt wie immer ganz ruhig. „Ich war nie das begnadete Talent. Ich habe immer schon mehr als die anderen arbeiten müssen. Ich halte das schon aus.“

Matthias Lanzinger: Der Traum von der zweiten Karriere

Matthias Lanzinger steigt in den Behindertenrennsport ein. Der 30-jährige Salzburger hat sich die Paralympics 2014 in Sotschi als großes Ziel gesetzt. Viel Zeit hat Lanzinger bereits in Materialtests investiert.

Wien. „Ich hatte eine Vision. Ich wollte immer schon zur Weltspitze gehören, irgendwann bei einer Weltmeisterschaft oder bei Olympia eine Medaille gewinnen. Diese Vision ist am 2. März 2008 zerstört worden. Aber jetzt stehe ich – wenn man es so formulieren kann – wieder mit beiden Beinen im Leben.“ Der Super-G von Kvitfjell vor dreieinhalb Jahren sollte die Karriere von Mathias Lanzinger im alpinen Skirennsport abrupt beenden. Mehr noch. Die Ärzte bangten zunächst um das Leben des Salzburgers, gerettet konnte es nur mit einer Amputation des linken Unterschenkels werden.
Lanzinger hat sich nie aufgegeben, nach der Rehabilitation suchte er sich neue Aufgaben. Der 30-Jährige begann ein Wirtschaftsstudium, bekam bei seiner Skifirma Salomon die Gelegenheit, im Marketing zu arbeiten. Sponsor Gaulhofer hielt ihm auch nach dem fatalen Sturz die Treue. Lanzinger übte sich obendrein auch als Kolumnist. Und blieb hautnah am Weltcup-Geschehen. „Ich wollte mir zu allererst ein neues Standbein schaffen.“ Demonstrativ verwendet Lanzinger solche Redewendungen.

„Auf mein Herz gehört“

Der Skisport lässt Matthias Lanzinger nicht los. Darum verkündet er nun sein Comeback: eine zweite sportliche Karriere, die ihm auch eine Olympia-Teilnahme ermöglichen könnte. Der Salzburger steigt in den Behindertensport ein, die Teilnahme an den Paralympics 2014 in Sotschi sind das große Ziel. „Nachdem ich meine berufliche Karriere absichern konnte, habe ich wieder auf mein Herz gehört. Es war mein Herzenswunsch, wieder als Rennfahrer an den Start zu gehen. Der Skirennsport ist immer ganz tief in mir drinnen gewesen.“
Zu Jahresbeginn hat Lanzinger das Sportfieber wieder gepackt. Er begann zu trainieren, aus dem Training wurde Leidenschaft. „Für die Seele das Schönste“, wie Lanzinger findet. Aber zunächst waren da die Zweifel. „Wird es jemals wieder einmal dazu reichen, um Leistungssport zu betreiben?“
Viel Zeit hat Matthias Lanzinger bereits in Materialtests investiert. Aber Materialtests für Behinderte sind mit Weltcup-Tests nicht zu vergleichen. „Es wird nicht leicht“, weiß der Salzburger. Vor ihm stehen ein Skischuh und eine Prothese aus Karbon. „Die Einstellung der Prothese mit dem Schuh, das ist wie in der Formel 1 das Auto mit den Reifen. Ich muss meinen alten Schwung wiederfinden. „Darum habe ich mir mit der Entscheidung, ein Comeback zu wagen, auch so viel Zeit gelassen. Ich muss bei null beginnen.“
FIS-Punkte kann Lanzinger nicht ins andere Lager mitnehmen, es besteht also Aufholbedarf. Zum Auftakt wartet Mitte November ein Slalom in Landgraaf in der Halle. Danach sollten weitere Einsätze im Europacup folgen. Vorausgesetzt, Lanzinger ergattert in den Niederlanden einen Startplatz für die Wettkämpfe Anfang Dezember in Österreich. Erst danach kann das Unternehmen Paralympics gestartet werden.

„Ich halte das schon aus“

Matthias Lanzinger wirkt bei der Bekanntgabe seiner Pläne sehr überlegt, ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hingegen ganz euphorisch. „Lanzinger ist einer, der etwas vorgezeigt hat, was nur wenige können – wie man mit einem großen Rückschlag umgehen kann und zurück ins Leben findet. Das sollte uns allen ein Vorbild sein.“
Einer der Wegbereiter beim Comeback war der ehemalige Herren-Cheftrainer Anton Giger. Nun fällt Lanzinger in die Kompetenzen von Hans Pum, dem allmächtigen Sportdirektor. „Als mir Matthias Lanzinger erstmals von seinen Plänen erzählt hat, da habe ich gewusst, der macht das, der zieht das durch. Da war wieder dieses Funkeln in seinen Augen, er kommt tatsächlich wieder zurück. In der Form hat es so etwas noch nie gegeben. Das ist eine riesige Chance für alle Beteiligten. Und die zweite große Chance für Matthias Lanzinger.“
Michael Knaus, der Behindertensportreferent im ÖSV, warnt vor zu hohen Erwartungen. „Das wird eine gewaltige Herausforderung. Die Zeit bis Sotschi 2014 wird extrem kurz.“ Matthias Lanzinger aber bleibt wie immer ganz ruhig. „Ich war nie das begnadete Talent. Ich habe immer schon mehr als die anderen arbeiten müssen. Ich halte das schon aus.“